Blackjack Grundstrategie — Tabelle, Regeln & Anleitung
Die vollständige Blackjack Grundstrategie als Tabelle: wann du ziehen, stehen, verdoppeln oder teilen solltest — mathematisch optimal für jede Hand.
Die Blackjack Grundstrategie gibt dir für jede mögliche Hand die mathematisch optimale Entscheidung vor — basierend auf deinen Karten und der sichtbaren Karte des Dealers. Mit konsequenter Anwendung senkst du den Hausvorteil auf etwa 0,5 %. Ohne Grundstrategie liegt er je nach Spielweise bei 2–4 %.
Diese Seite erklärt die Strategie, liefert die vollständige Tabelle und zeigt, wie du sie anwendest.
Was ist die Grundstrategie?
Die Grundstrategie ist eine Tabelle, die für jede Kombination aus deiner Hand und der Dealer-Upcard (sichtbare Karte) die statistisch beste Entscheidung angibt: Ziehen (Hit), Stehen (Stand), Verdoppeln (Double Down), Teilen (Split) oder Aufgeben (Surrender).
Sie wurde durch Computer-Simulation Millionen von Händen berechnet und ist keine Meinung — sie ist Mathematik. Wer die Grundstrategie konsequent anwendet, macht den Hausvorteil so klein wie möglich.
Wichtig: Die Grundstrategie ändert sich leicht je nach Tischregeln (Anzahl der Decks, Dealer-Regel bei Soft 17 usw.). Die nachfolgende Tabelle gilt für das häufigste Setup: mehrere Decks, Dealer steht auf Soft 17 (S17).
Die Grundstrategie-Tabelle
Legende: Z = Ziehen (Hit) · St = Stehen (Stand) · V = Verdoppeln (Double Down) · T = Teilen (Split) · Au = Aufgeben (Surrender, falls verfügbar, sonst Ziehen)
Hard Hands (ohne nutzbares Ass)
| Deine Hand | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Ass |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 8 oder weniger | Z | Z | Z | Z | Z | Z | Z | Z | Z | Z |
| 9 | Z | V | V | V | V | Z | Z | Z | Z | Z |
| 10 | V | V | V | V | V | V | V | V | Z | Z |
| 11 | V | V | V | V | V | V | V | V | V | Z |
| 12 | Z | Z | St | St | St | Z | Z | Z | Z | Z |
| 13 | St | St | St | St | St | Z | Z | Z | Z | Z |
| 14 | St | St | St | St | St | Z | Z | Z | Z | Z |
| 15 | St | St | St | St | St | Z | Z | Z | Au | Z |
| 16 | St | St | St | St | St | Z | Z | Au | Au | Au |
| 17+ | St | St | St | St | St | St | St | St | St | St |
Soft Hands (mit nutzbarem Ass)
| Deine Hand | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Ass |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ass + 2 (Soft 13) | Z | Z | Z | V | V | Z | Z | Z | Z | Z |
| Ass + 3 (Soft 14) | Z | Z | Z | V | V | Z | Z | Z | Z | Z |
| Ass + 4 (Soft 15) | Z | Z | V | V | V | Z | Z | Z | Z | Z |
| Ass + 5 (Soft 16) | Z | Z | V | V | V | Z | Z | Z | Z | Z |
| Ass + 6 (Soft 17) | Z | V | V | V | V | Z | Z | Z | Z | Z |
| Ass + 7 (Soft 18) | St | V | V | V | V | St | St | Z | Z | Z |
| Ass + 8 (Soft 19) | St | St | St | St | St | St | St | St | St | St |
| Ass + 9 (Soft 20) | St | St | St | St | St | St | St | St | St | St |
Paare (Split)
| Dein Paar | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Ass |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2–2 | T | T | T | T | T | T | Z | Z | Z | Z |
| 3–3 | T | T | T | T | T | T | Z | Z | Z | Z |
| 4–4 | Z | Z | Z | T | T | Z | Z | Z | Z | Z |
| 5–5 | V | V | V | V | V | V | V | V | Z | Z |
| 6–6 | T | T | T | T | T | Z | Z | Z | Z | Z |
| 7–7 | T | T | T | T | T | T | Z | Z | Z | Z |
| 8–8 | T | T | T | T | T | T | T | T | T | T |
| 9–9 | T | T | T | T | T | St | T | T | St | St |
| 10–10 | St | St | St | St | St | St | St | St | St | St |
| Ass–Ass | T | T | T | T | T | T | T | T | T | T |
Hinweis zu 5–5: Zwei Fünfen ergeben eine harte 10 — hier immer Verdoppeln statt Teilen.
Hinweis zu 8–8: Immer teilen, auch gegen eine 10 oder ein Ass des Dealers — zwei Achten als eigenständige Hände sind besser als eine harte 16.
Die wichtigsten Regeln im Überblick
Nie das Ass-Paar stehen lassen oder teilen lassen: Ein Ass-Paar wird immer geteilt. Zwei Asse als eigenständige Hände (mit je einer weiteren Karte) sind weit besser als eine weiche 12 oder eine harte 2.
Immer bei 11 verdoppeln (fast immer): Gegen eine Dealer-Upcard von 2 bis 9 oder 10 ist Verdoppeln optimal. Nur gegen ein Dealer-Ass wird je nach Regelset manchmal gezogen.
Nie bei einer weichen 18 ziehen: Soft 18 (Ass + 7) ist eine starke Hand. Gegen eine Dealer-Upcard von 2–8 stehst du.
Hard 16 gegen 9, 10, Ass aufgeben: Wenn Surrender verfügbar ist, ist Aufgeben hier die mathematisch optimale Entscheidung. Du rettest die Hälfte deines Einsatzes statt ihn sehr wahrscheinlich zu verlieren.
Warum diese Entscheidungen mathematisch korrekt sind
Die Grundstrategie berechnet für jede mögliche Situation den erwarteten Wert (EV) jeder Handlungsoption — Ziehen, Stehen, Verdoppeln, Teilen — und wählt immer die Option mit dem höchsten EV (oder niedrigsten Verlust).
Beispiel — Hard 11 gegen Dealer-5:
- Verdoppeln: EV ≈ +0,65 (du gewinnst langfristig 65 Cent pro eingesetztem Euro)
- Ziehen: EV ≈ +0,30
- Stehen: EV ≈ −0,10
Verdoppeln dominiert klar. Der Dealer hat bei einer 5 als Upcard hohe Wahrscheinlichkeit sich zu überkaufen, und du hast hohe Wahrscheinlichkeit eine 10 zu ziehen und 21 zu erreichen.
Häufige Fehler bei Anfängern
„Zu 20 muss ich nicht verdoppeln” — Richtig. Aber Soft 20 (Ass + 9) wird niemals verdoppelt; die Hand ist bereits sehr stark.
„Ich stehe bei 12 immer” — Falsch bei Dealer 2 oder 3. Die Grundstrategie sieht hier Ziehen vor, weil die Wahrscheinlichkeit für einen Dealer-Bust nicht hoch genug ist, um das Risiko auszugleichen.
„Teilen ist immer gut” — Nein. Ein Paar Fünfen wird nie geteilt (stattdessen verdoppeln oder ziehen). Ein Paar Zehnen wird nie geteilt (Hard 20 ist eine ausgezeichnete Hand).
„Versicherung lohnt sich” — Statistisch nein. Die Versicherungswette hat einen Hausvorteil von ca. 7 %. Lehne sie immer ab.
Regelvarianten und ihr Einfluss
Die Grundstrategie variiert leicht je nach Tischregeln. Hier sind die wichtigsten Faktoren und ihr Einfluss auf den Hausvorteil:
| Regel | Einfluss |
|---|---|
| Dealer steht auf Soft 17 (S17) | −0,22 % für Spieler (besser als H17) |
| Blackjack zahlt 3:2 | Viel besser als 6:5 (+1,4 %) |
| Verdoppeln auf beliebige zwei Karten | Besser als Einschränkungen |
| Surrender erlaubt | −0,08 % für Spieler (vorteilhaft) |
| Teilen auf Asse (einmal) | Schlechter als mehrmaliges Teilen |
| Anzahl Decks: 1 vs 8 | Single Deck ~0,5 % besser für Spieler |
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