Roulette-Regeln: Varianten und Einsätze erklärt
Lerne Roulette-Regeln, Einsatzarten und Auszahlungen. Vergleiche europäisches, französisches und amerikanisches Roulette.
Beim Roulette setzt du Credits auf eine Zahl oder Zahlengruppe. Der Croupier dreht den Kessel und wirft die Kugel ein; das Fach, in dem sie liegen bleibt, bestimmt die Auszahlungen. Entscheidend für die Mathematik sind die Zahl der Nullfelder und mögliche Sonderregeln wie La Partage.
Spielablauf
Eine Roulette-Runde läuft immer gleich ab:
- Der Croupier öffnet das Spiel: „Les jeux sont faits” (frz.) bzw. „Einsätze bitte”.
- Spieler platzieren ihre Chips auf dem Tableau (Spielfeld).
- Der Croupier dreht das Rad und wirft die Kugel in entgegengesetzter Richtung in die Bahn.
- Kurz vor dem Stillstand ruft der Croupier „Rien ne va plus” — keine weiteren Einsätze.
- Die Kugel fällt in ein Nummernfeld. Gewinnende Einsätze werden ausgezahlt, verlierende eingezogen.
- Neue Runde.
Das Rad enthält nummerierte Fächer (0–36 beim europäischen Rad, 0 und 00 beim amerikanischen). Die Felder wechseln zwischen Rot und Schwarz, die Null(en) sind grün.
Roulette-Varianten im Vergleich
Drei Hauptvarianten dominieren das Marktangebot — mit entscheidenden Unterschieden im Hausvorteil:
| Variante | Felder | Hausvorteil | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Europäisches Roulette | 37 (0–36) | 2,70 % | Standard in Europa |
| Französisches Roulette | 37 (0–36) | 1,35 % auf einfache Chancen | La Partage / En Prison |
| Amerikanisches Roulette | 38 (0, 00, 1–36) | 5,26 % | Doppelte Null |
Die Hausvorteile folgen aus 37 Feldern beim europäischen und 38 Feldern beim amerikanischen Kessel (Wizard of Odds).
Das europäische Rad
Das europäische Rad hat 37 Felder: die Zahlen 1 bis 36 (18 rote, 18 schwarze) und die einzelne grüne Null (0). Die Zahlenanordnung auf dem Rad folgt keiner aufsteigenden Reihenfolge, sondern ist so gewählt, dass benachbarte Zahlen möglichst abwechselnde Farben und Paritäten tragen:
Anordnung (im Uhrzeigersinn ab 0): 0, 32, 15, 19, 4, 21, 2, 25, 17, 34, 6, 27, 13, 36, 11, 30, 8, 23, 10, 5, 24, 16, 33, 1, 20, 14, 31, 9, 22, 18, 29, 7, 28, 12, 35, 3, 26
Das Null-Feld
Das Null-Feld ist der Ursprung des Hausvorteils. Fällt die Kugel auf die Null, verlieren alle einfachen Chancen (Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, Manque/Passe) sowie die meisten Innen-Einsätze. Ausnahme: wer direkt auf 0 gesetzt hat, gewinnt.
Beim französischen Roulette greifen beim Null-Ergebnis Sonderregeln:
- La Partage: Jeder Einsatz auf eine einfache Chance wird halbiert — der Spieler erhält 50 % zurück.
- En Prison: Der gesamte Einsatz bleibt für die nächste Runde „gefangen”. Gewinnt er dann, wird er vollständig zurückgegeben; verliert er, ist er weg. Manche Casinos bieten alternativ zu En Prison nur La Partage an.
Diese Regeln senken den Hausvorteil bei einfachen Chancen von 2,70 auf 1,35 Prozent (Wizard of Odds).
Einsatzarten
Roulette-Einsätze teilen sich in Innen-Einsätze (direkt auf Zahlenfelder) und Außen-Einsätze (auf größere Kategorien).
Innen-Einsätze
| Einsatz | Beschreibung | Felder abgedeckt | Auszahlung |
|---|---|---|---|
| Plein (Direkt) | Auf eine einzelne Zahl | 1 | 35:1 |
| Cheval (Geteilt) | Auf zwei benachbarte Zahlen | 2 | 17:1 |
| Transversale (Dreier) | Auf eine Querreihe | 3 | 11:1 |
| Carré (Viereck) | Auf vier angrenzende Zahlen | 4 | 8:1 |
| Transversale Simple (Sechser) | Auf zwei benachbarte Querreihen | 6 | 5:1 |
Außen-Einsätze
| Einsatz | Beschreibung | Auszahlung |
|---|---|---|
| Rouge / Noir (Rot/Schwarz) | Farbe der Gewinnzahl | 1:1 |
| Pair / Impair (Gerade/Ungerade) | Parität der Gewinnzahl | 1:1 |
| Manque / Passe (1–18 / 19–36) | Niedrige oder hohe Hälfte | 1:1 |
| Douzaine (Dutzend) | 1–12, 13–24 oder 25–36 | 2:1 |
| Colonne (Kolonne) | Eine der drei Spalten | 2:1 |
Einfache Chancen (1:1) decken 18 von 37 Feldern ab — sie werden am häufigsten gespielt, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit am höchsten ist (48,65 % beim europäischen Rad). Die Null ist nie abgedeckt, daher nie exakt 50 %.
Ansage-Einsätze
Beim französischen und manchmal beim europäischen Roulette können Racetrack-Einsätze (Kesselwetten) gesetzt werden — Einsätze auf Zahlen-Nachbarschaften auf dem Rad, unabhängig von der Tableau-Anordnung. Die häufigsten:
- Voisins du Zéro (Nachbarn der Null): deckt 17 Zahlen rund um die Null ab.
- Tiers du Cylindre (Drittel des Kessels): deckt 12 Zahlen gegenüber der Null ab.
- Orphelins (Waisen): die restlichen 8 Zahlen, die keiner der obigen Gruppen angehören.
Diese Einsätze sind kein Zaubermittel — sie decken feste Rad-Segmente ab und haben denselben Hausvorteil wie Standardeinsätze.
Häufige Missverständnisse
Spielerfehlschluss
Das Roulette-Rad hat kein Gedächtnis. Ob die letzten zehn Runden Rot ergaben, hat keinen Einfluss auf das nächste Ergebnis. Jeder Spin ist ein unabhängiges Ereignis mit denselben Wahrscheinlichkeiten. Systeme, die auf vermeintlichen „fälligen” Zahlen oder Farben basieren, verändern den Hausvorteil nicht.
Systeme funktionieren nicht langfristig
Martingale, Fibonacci und D’Alembert verändern weder die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Ergebnisses noch den Hausvorteil. Progressionen verschieben lediglich die Verteilung und Höhe der Einsätze. Verlustserien, begrenzte Credits und Tischlimits verhindern eine sichere Gewinnerwartung.
Auszahlungen zusammengefasst
Beim europäischen Roulette beträgt der theoretische Rückgabewert für reguläre Einsätze 97,30 Prozent. Beim amerikanischen Roulette sind es 94,74 Prozent; die amerikanische Fünf-Zahlen-Wette weicht mit 7,89 Prozent Hausvorteil ab. Einfache Chancen mit La Partage kommen auf 98,65 Prozent Rückgabewert (Wizard of Odds).
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